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Herkunft

Der französische Theaterpädagoge Léon Chancerel (1886 - 1965) entwickelte in den 1930er Jahren, beeinflusst vom russischen Schauspieler und Theaterreformer Konstantin S. Stanislawski (1863-1938), eine Theatermethode für Kinder und Jugendliche, die Ausdruck, Spiel und Erleben zusammenfasst, und nannte sie Jeux Dramatiques . Die Schweizer Theaterpädagogin Heidi Frei (1927-2015) entwickelte die Methode in den 1960er Jahren weiter und übertrug sie auch auf die Arbeit mit Erwachsenen. Von der amerikanischen Tänzerin und Pionierin im Bereich Tanz und Heilung Anna Halprin (1920-2021) konnte Heidi Frei wichtige methodische Schritte auf die Jeux Dramatiques übertragen. Ebenso finden sich Einflüsse aus der rhythmischen Erziehung von Mimi Scheiblauer (1891-1968).

1972 wurde die „Schweizerische Arbeitsgemeinschaft Ausdrucksspiel“ gegründet. Bald gab es diverse Fortbildungsangebote in verschiedenen Regionen der Schweiz . Auf Initiative von Eva Peter-Moosig, Karlheinz Moosig und Rottraut Knapp gelangte die Methode 1973 auch nach Deutschland. Dort wurde 1985 die „Arbeitsgemeinschaft Ausdrucksspiel aus dem Erleben e.V.“ gegründet, die nach 25jährigem Bestehen zur „Arbeitsgemeinschaft Jeux Dramatiques Deutschland e.V.“ wurde. Nach Österreich kamen die Jeux Dramatiques 1988 durch Marion Seidl-Hofbauer. Seit 2006 gibt es den eingetragenen Verein der „Arbeitsgemeinschaft Jeux Dramatiques Österreich“. In der Schweiz gibt es die „Interessengemeinschaft Jeux Dramatiques Schweiz“. Der Abschluss einiger Ausbildungsgruppen und eine Vereinsgründung stehen bald auch in der Türkei bevor. Spielbegeisterte Freunde der Jeux Dramatiques gibt es zudem in Russland und in Italien/Südtirol. Heute sind die Jeux Dramatiques eine eigenständige Theaterform, die weit über die Schweizer Landesgrenzen hinaus in den unterschiedlichsten Arbeitsfeldern erfolgreich Anwendung findet.

Herkunft der Jeux Dramatiques als PDF zum Download